Morgenmensch Lerche

Vermutlich sind Sie im Alltagsleben und eventuell auch bei der Beschäftigung mit dem Thema Schlaf bereits auf die Charakterisierung der Nachtmenschen oder auch „Eulen“ und der Morgenmenschen, den sogenannten „Lerchen“ gestoßen.Die Morgenmenschen finden in der Früh leicht aus den Federn und können ohne Hindernisse ihr Tagwerk beginnen. Ihr Tagwerk, denn mit dem Hereinbrechen der Dämmerung werden die Augenlider der „Lerchen“ merklich schwerer und der Wunsch nach Schlaf verdrängt die Leistungsbereitschaft. Alles kein Problem, man ist ja früh in den Tag gestartet.

Ganz anders die sogenannten Nachtmenschen, die „Eulen“! Sie würden morgens nur zu gerne lange im Bett bleiben, da sie erst in den Abendstunden wirklich produktiv werden. Von wegen „Am Abend wird der Faule fleißig“! Die Gene sind vielmehr schuld, denn sie steuern den Schlaf-Wach-Rhythmus.Die Chronobiologie beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem „Schlaf-Wach-Rhythmus“ Chronobiologen (vom griech. chrónos für Zeit und Biologie als Lehre von der belebten Natur) untersuchen, wie physiologische Prozesse zeitlich organisiert werden und welcher wiederholter Verhaltensmuster sich Organismen bedienen. Beim Menschen geht es vor allem darum, wie die „Innere Uhr“ durch äußere Faktoren beeinflusst wird. Chronobiologen sehen die beiden Chronotypen der „Lerchen“ und „Eulen“ in einem größeren Zusammenhang, der wellenförmigen Bewegung der Funktionen des menschlichen Organismus. Diese Bewegung steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus der unterschiedlichen Menschentypen.Dabei hat der Schlaf-Wach-Rhythmus nichts mit der Dauer des Schlafes zu tun. Kurzschläfer, das heißt Menschen, die mit weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht auskommen, und Langschläfer, die gerne mehr als neun Stunden schlafen, findet man sowohl bei den Nacht- als auch bei den Morgenmenschen. Die Morgenmenschen sind indes von der Natur begünstigt, da sie mehr Helligkeit erleben.


Die Wissenschaft vermutet, dass eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus erheblich von den natürlichen Zeitgebern wie Helligkeit und Dunkelheit abhängt. Wenn insbesondere in der dunklen Jahreszeit empfohlen wird, den Vormittag wenn irgend möglich, für das Tanken von Licht zu nutzen, ist der Nachtmensch im Nachteil. Hinzu kommt, dass seine innere Uhr ihm die Akzeptanz der allgemein üblichen Arbeits- und Schlafenszeiten erschwert.

Glücklich, wer sich als „Eule“ seinen Arbeitstag selbst strukturieren kann. Bedauerlicherweise – und das ist der Grund für die zunehmende Bekanntheit der Chronobiologie – läuft die Lebensweise vieler Menschen der eigenen biologischen Uhr zuwider. Schichtarbeit, unflexible Arbeitszeitmodelle – all das sind Faktoren, die das innere Gleichgewicht der Menschen durcheinanderbringen.

Die Folgen sind leider sehr häufig gesundheitlich zu spüren. Schichtarbeiter, egal ob Lerchen oder Eulen – die sehr stark gegen ihre innere Uhr leben, leiden nicht selten neben Schlafstörungen auch unter Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und wie so oft bei solchen gesundheitlichen Faktoren, versucht der Mensch, durch Medikamentengabe oder Lichttherapie, die Folgen einzudämmen, anstatt die Ursachen dafür zu beseitigen.

Versuchen Sie also, auf Ihre innere Stimme zu hören. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken!

Nachtmensch Eule