Schlafpositionen

Wie schlafen Sie? Diese Frage kann sicher jeder ziemlich präzise beantworten. Auch wenn man häufig im Schlaf die Position wechselt – die meisten können „ihre“ Schlafposition genau benennen. Und wer einmal zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen eine andere Schlafposition einnehmen musste, als die gewohnte, weiß, wie ungewohnt und fremd sich das anfühlen kann.

Der US-Psychiater Samuel Dunkell behauptete schon 1977 in seinem Buch “Körpersprache im Schlaf. Schlafhaltungen und ihre Bedeutung“ (Verlag Droemer Knaur, München), dass unsere Ruhepositionen mehr über uns verraten, als wir vielleicht denken. Frei nach dem Motto: Sag mir, wie Du schläfst und ich sage Dir, wie Du bist oder auch wie Deine Beziehung zu Deinem Partner ist.

Bei einer Studie zum Thema Schlafpositionen und Partnerschaft von Psychologie-Professors Richard Wiseman und seinem Team, an der englischen Universität Herfordshire, nahmen 1000 Probanden teil. Diese sollten ihre bevorzugte Schlafposition beschreiben, ihre Persönlichkeit einschätzen und ihre Beziehung bewerten.

Dabei machten die Wissenschaftler die beliebtesten Schlaf-Positionen von Paaren aus: 42 % der Partner schliefen am liebsten Rücken an Rücken (Waage-Position, wenn sie sich mit ihren Pos berühren), 32 % in dieselbe Richtung schauend (Löffelchen) und nur 4 % wandten sich während des Schlafes einander zu (Knoten, bei Berührung).

Zusätzlich wurde von sehr glücklichen Studienteilnehmern mitgeteilt, dass sie nachts weniger als zweieinhalb Zentimeter auseinander liegen würden (12 %). Diejenigen, die weiter auseinander lagen (nur 2 %), beklagten sich auch über ein schlechtes Verhältnis zum Partner.

Und noch etwas hat man bei dieser Studie festgestellt: 94 % der Paare, die nachts auf Tuchfühlung gingen, waren glücklich in ihrer Beziehung. Bei denjenigen, die sich nicht berührten, gaben dagegen nur 68 % an, glücklich zu sein.

Worauf achten beim Probeliegen?

Aber was sagen die Schlafpositionen nun über den einzelnen aus?

Aber was sagen die Schlafpositionen nun über den einzelnen aus?

Auch für die individuellen Schlaflagen gibt es Bezeichnungen. Der Psychiater Samuel Dunkell unterscheidet dabei vier Schlafhaltungen, die am häufigsten eingenommen werden:

  • Die Seitenlage (halbfötonale Lage)
    Menschen die auf der Seite schlafen, egal ob nach rechts oder links, egal ob mit ausgestreckten oder locker an der Seite liegenden Armen, sind häufig ausgeglichene, selbstbewusste, aktive, spontane, flexible Menschen, die für Neues offen sind. Sie sind meistens liebenswerte Menschen, die viel Spaß im Leben haben. Andererseits sind sie aber auch ziemlich akkurate und zielgerichtete Menschen, die enthusiastisch ihre Träume verfolgen, oder dies zumindest beharrlich versuchen. Nicht zu ignorieren ist auch, dass sich manche Schlafenden ganz offensichtlich zu einer bestimmten Seite hingezogen fühlen bzw. entweder die rechte oder die linke Seite bevorzugen. Schläft man ständig rechtsgewandt, so lässt sich dies als eine Art Zukunftsorientiertheit interpretieren. Schläft man dagegen ständig linksgewandt, so lässt dies auf eine Vergangenheitsorientierung schließen.
  • Die Embryonallage (Fötus-Lage)
    Bei der Embryonallage zieht man die Beine an den Körper. Bei der Interpretation ist es nun wichtig zu beachten, wie weit der Schlafende die Beine heranzieht und wie er diese anwinkelt. Wenn man z.B. die Beine ständig stark anwinkelt, so kann man daraus schließen, dass die Person sehr emotional ist, aber ebenso sehr kreativ. Bei einer nicht so ausgeprägten Embryonallage, geht man davon aus, dass die Person über einen gesunden Menschenverstand verfügt und zudem praktisch veranlagt ist. Sie sind durchaus sehr angenehme und ausgeglichene Mitmenschen.
  • Die Bauchlage
    Laut dem US-Psychiater Samuel Dunkell, sind Menschen mit Bauchlage Perfektionisten, die sich von anderen Menschen wenig sagen lassen. Sie regeln ihre Angelegenheiten lieber selbst und mögen es nicht, wenn sich andere einmischen. Menschen die die Bauchlage beim Einschlafen bevorzugen, wollen häufig die Kontrolle über ihr Leben haben, woran auch nichts auszusetzen ist. Die Bauch-Schläfer brauchen diese Lage, um sich wirklich wohl zu fühlen. Die Bauchlage steht symbolisch gesehen aber auch für eine Abgewandheit vom Leben; man möchte vieles nicht sehen; ist oft melancholisch, teilweise sogar depressiv, vor allem wenn sich dabei die Arme unter dem Körper befinden.
  • Die Rückenlage
    Die Rückenlage gilt als die “königliche” Position. Schlafende, die diese Position zum Einschlafen bevorzugen, sind häufig selbstbewusst, neugierig und lebensfroh. Sie sind offen für das Leben und die Welt. Sie stehen vor allem auch gerne im Zentrum ihrer Welt und genieße gerne die Aufmerksamkeit anderer Menschen. Die Lage der Position deutet symbolisch bereits auf eine Gewandtheit zur Welt hin. Sie sind im Grunde genommen mit sich im Reinen und nur schwer aus der Balance zu bringen bzw. sie sind nur schwer angreifbar.

Aber Vorsicht!!! Die Ausdruckspsychologie ist leider nicht so einfach zu erlernen, wie man dies vielleicht beim Lesen dieses Artikels annehmen könnte. Man kann anhand der Schlafpositionen also auch kein kompliziertes Charakterprofil erstellen.
Betrachten Sie daher die oben dargestellten Deutungen nicht als eine Art psychologischen Test oder als Beurteilung Ihrer individuellen Persönlichkeit. Hierfür müsste man auch viele weitere Formen des Körperausdrucks heranziehen.

Bei der Interpretation der Schlafpositionen gilt der Grundsatz der Ausdruckspsychologie: Ein Merkmal allein reicht für eine Diagnose nicht aus, denn es müssen noch weitere Merkmale berücksichtigt werden, und wenn mehrere von ihnen in dieselbe Richtung weisen, steigt deren Aussagekraft. Trotzdem lässt sich mit Hilfe der Deutung der Schlafposition eines Menschen, dieser vielleicht viel besser einschätzen, als wenn einem diese Möglichkeit nicht zur Verfügung stehen würde.