Haben Sie bereits einmal den Eindruck gehabt, dass Sie morgens ausgeschlafener sind, wenn Sie deutlich vor Mitternacht zu Bett gegangen sind? Und wenn ja, haben Sie nach einer Erklärung für dieses Gefühl gesucht oder vielleicht darüber nachgedacht, woher dieser Mythos denn eigentlich kommen mag?Schlafen RetroVielfach denkt man bei einem Mythos ja an „Märchen aus uralten Zeiten“: Die Landbevölkerung kommt erschöpft von Feldern und aus Weinbergen in die Dörfer zurück, isst gemeinsam im Kreis der Familie und fällt nach Sonnenuntergang erschöpft in die Federn. Leider ist das, von einigen glücklichen ländlichen Regionen abgesehen, alles sehr lange her. Die Natur regelte den Tagesablauf, man ging damals natürlich deutlich vor Mitternacht zu Bett.

Heute haben sich die zeitlichen Gegebenheiten und Anforderungen deutlich verschoben. Und es gibt es, den Berufsstand der Schlafforscher, deren Forschung all jene Phänomene des Schlafes betrachtet, die uns bei der Beantwortung unserer Eingangsfrage helfen können. Die Erkenntnisse der modernen Schlafforschung zeigen, dass der Kern des Mythos auf fundierten Tatsachen beruht, aber durch den Wandel der Zeit so nicht mehr zutrifft. Die Vorstellung, dass man vor Mitternacht besser schläft, ist ein Mythos der aus den Zeiten herrührt, als der vorgegebene Lebensrhythmus und die technische Entwicklung ein langes Aufbleiben deutlich erschwerten.

Antwort aus medizinischer Sicht

Was den wahren Kern betrifft, so kann man verschiedene Publikationen von Instituten und Kliniken mit den Schwerpunkten Schlafforschung und Schlafmedizin heranziehen, die ergeben, dass die erste Hälfte des Nachtschlafes tatsächlich besonders viele Tiefschlafanteile hat.

Dabei ist es hilfreich zu wissen, dass sich der Schlaf aus verschiedenen Phasen zusammensetzt.

  1. Der Einschlaf- und Leichtschlafphase
  2. Der Tiefschlafphase
  3. Der Traumschlafphase, dem sogenannten REM-Schlaf, die Abkürzung steht für Rapid Eye Movement.

REM PhasenDie Forschung geht davon aus, dass die erholsamste Phase des Schlafes in die ersten 5 Stunden des Nachtschlafes fällt. Der Zeitraum, der den intensivsten Schlaf ermöglicht, wird mit c.a. 2 Stunden angegeben.

In der besonders erholsamen Tiefschlafphase kann man bei schlafenden Menschen eine sehr geringe Muskelentspannung und das fast völlige Fehlen von Augenbewegungen beobachten.

Wann diese 2 Stunden Schlaf liegen – und damit beantwortet sich die Eingangsfrage dieses Beitrages – ist gleichgültig.

Von entscheidender Bedeutung für einen gesunden und erholsamen Schlaf ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus. Bei einer Einschlafzeit von 22 Uhr werden die Stunden des erholsamen Tiefschlafes vermutlich in die Zeit vor Mitternacht fallen. Menschen, die regelmäßig erst gegen Mitternacht zu Bett gehen, erleben ihre Tiefschlafphasen entsprechend später.

Wichtig für einen erholsamen Schlaf ist, dass Sie nicht in Ihren Tiefschlafphasen gestört werden. Akustische Störungen wie Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners, können die erholsamen Tiefschlafphasen stören. Aber natürlich auch andere Störfaktoren, wie ein falsches Raumklima, das Schwitzen oder Frieren fördert, können Ihre Regeneration in der Nacht negativ beeinflussen. Wenn Sie also etwas für Ihr Wohlbefinden tun wollen: Achten Sie auf einen erholsamen Nachtschlaf – ganz egal ob Sie vor oder nach Mitternacht zu Bett gehen.

In diesem Sinne, wünschen wir eine erholsame Nacht…..

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