Powernap

Mittagsschläfchen sind seit einigen Jahren Gegenstand intensiver Forschung. In unserer Leistungsgesellschaft jahrelang als Müßiggang für Faulpelze verschrien, gehört ein so genannter Powernap, wie das banale Mittagsschläfchen neudeutsch heißt, in immer mehr Büros zum alltäglichen Bild. Dass sich das mittägliche Nickerchen mittlerweile eines sehr guten Rufes erfreut, steckt ja schon im angelsächsischen Namen: POWERnap verspricht nichts weniger als ungeahnte Leistungsfähigkeit in kürzester Zeit. Und das ist durch etliche Studien belegt. Eine Studie der renommierten Harvard Universität belegt eine Leistungssteigerung von bis zu 30 % nach einem kurzen Powernap. Für NASA-Piloten soll Powernapping daher sogar vorgeschrieben sein.

Aufmerksam wurde die Schlafforschung sicherlich auch beim Blick nach Japan. Dort heißt der Tagschlaf Inemuri und kann sogar mitten in Konferenzen oder in der U-Bahn beobachtet werden. Im Gegensatz zur in südlichen Ländern zelebrierten Siesta, die aus der hitzebedingten Unproduktivität der Mittagszeit resultiert und sich über den gesamten Nachmittag erstreckt, erscheint Inemuri als effizienter Leistungssteigerer, den die Japaner mit derselben Disziplin betreiben, wie ihren gesamten Alltag. Denn der Powernap unterscheidet sich von einem gemütlichen Mittagsschlaf an einem verregneten Sonntag. Es sind nämlich Disziplin und etwas Training nötig, um die Effizienssteigerung des kurzen Tagschlafes zu erreichen.

Wie wird das Nickerchen zum effizienten Powernap?

  • Zum einen sollte der Mittagsschlaf nicht länger als 30, besser 20 Minuten andauern, jedoch auch nicht weniger als 10 Minuten.
  • Wenn möglich, sind alle Störfaktoren abzustellen, wie z.B. das Telefon
  • Kaffee vor dem Schlafen am Mittag ist erlaubt. Die Wirkung von Koffein tritt erst nach ca. zwanzig Minuten ein, somit ist er der ideale Wachmacher nach dem Powernapping.
  • Für das Aufwachen sollte man auch etwas Zeit einplanen und positive Gedanken wählen. Denn diese positiven Gefühle bestimmen und beeinflussen den restlichen Tag.
Powernap-Wecker

Worauf wirkt sich Powernapping positiv aus?

  • Aufmerksamkeitssteigerung: Nach dem Kurzschlaf, so haben einige Forscher herausgefunden, steigt die Aufmerksamkeit auf fast 100 %.
  • Die Leistungsfähigkeit kann um rund 30% ansteigen.
  • Auch auf die Gesundheit wirkt sich das Powernapping positiv aus. Das Risiko für Herzerkrankungen kann bis zu 37 % gesenkt werden. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, wird ebenfalls gemindert.
  • Anti-Stress: Dank der effizienten Regeneration bauen sich Stresshormone schneller ab.
  • Powernapping führt allgemein zu einem besseren Wohlbefinden.

Das wichtigste ist die Zeit von dreißig Minuten nicht zu überschreiten, denn nach dieser Zeit tritt die Tiefschlafphase ein. Die Folgen sind zum einen das die Aufwachphase länger andauert und sie sich müder wie vorher fühlen.

Tipp: Haben sie keinen Wecker in ihrer Nähe, können sie auch ein Schlüsselbund in die Hand nehmen! Der Schlüssel fällt herunter, wenn die Tiefschlafphase erreicht wird, denn dann entspannt sich die Muskulatur. Womöglich bekommen Sie einen kurzen Schreck, können aber sicher sein, dass Sie rechtzeitig wach geworden sind.