Wer kennt das nicht? Eine geruhsame Nacht kann für alle Beteiligten durch das Schnarchen zur Qual werden. Das allgemein bekannte Phänomen, das in der Fachsprache als „Rhonchopathie“ bezeichnet wird, entsteht generell durch eine Blockade der Atemwege. Bei langfristigem Auftreten kann Schnarchen Beeinträchtigung am Herz- und Kreislaufsystem nach sich ziehen. Viele Beziehungen leiden unter den nächtlichen Ruhestörungen, stört das Schnarchen doch auch den Schlafrhythmus des Partners. Es ist nicht – wie allgemein geglaubt wird – ein rein männliches Problem, sondern betrifft auch viele Frauen.

Schaaatz!!! du schnarchst…

Allgemeine Beschreibung

SchnarchenCharakteristisch für die Rhonchopathie sind im Schlaf auftretende Atemgeräusche. Das nahezu jede Nacht auftretende gewohnheitsmäßige (oder auch primäre) Schnarchen führt in der Regel nicht zu Schlafstörungen und verursacht keine Beeinträchtigungen der Kreislauffunktion. Hierbei empfindet der Betroffene den Schlaf grundsätzlich als erholsam. Die sogenannte obstruktive Schlafapnoe (OSAS) kann hingegen langfristige gesundheitliche Folgen haben.

Das Phänomen des Schnarchens tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf. Schnarchen etwa nur zehn Prozent aller Männer mit 30 Jahren, ist bei den Herren mit 60 bereits über die Hälfte betroffen. Bei den Frauen selben Alters sind es bis zu 40 Prozent. Nur ein Zehntel aller Kinder ist vom Schnarchen betroffen.

Ursachen für Schnarchen

Das charakteristische Geräusch beim Schnarchen wird durch flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens verursacht. Da die Gaumenmuskulatur beim Schlafen entspannt ist, flattert das Gaumensegel im Strom der Atemluft hin und her. Es kann aber auch der hintere Teil der Zunge in den Rachen zurückfallen und dadurch Schnarchgeräusche verursachen. Dies tritt vor allem bei Rückenlage des Schlafenden auf. Ohnehin kann die Körperlage die Ursache begünstigen. Während die Rückenlage das Schnarchen häufig fördert, kann es bei der Bauchlage teilweise oder sogar komplett reduziert werden.

Century Line BannerRisikofaktoren, bei denen Ronchopathie besonders häufig auftritt, sind insbesondere:

  • Nasenscheidewandverkrümmung (Septumdeviation)
  • Polypen der Nasen (Polyposis nasi)
  • Nasenatmungsbehinderung wie z.B. durch Schnupfen oder durch eine Allergie
  • Vergrößerte Mandeln (Tonsillenhyperplasie, chronische Tonsillitis)
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Konsum von Alkohol (insbesondere vor dem Schlafengehen)
  • Einnahme von Schlafmitteln

Therapien gegen Schnarchen

Das Schlafverhalten kann durch verschiedene Verhaltensregeln vom Betroffenen selbst beeinflusst werden. Neben Alkoholkonsum sollte auch auf die Einnahme sämtlicher Beruhigungs- und Schlafmittel, Antihistaminika und Psychopharmaka verzichtet werden. Vor dem Schlaf kann der Oberkörper in eine etwas erhöhte Position gebracht werden. Denn durch diese Position bleibt die Rachenmuskulatur straffer und kollabiert nicht plötzlich. Ebenso wird geraten, die Rückenlage in der Nacht zu vermeiden. Dazu gibt es jede Menge einfache Tricks. Zum Beispiel kann ein in den Schlafanzug eingenähter Tennisball den Betroffenen daran erinnern, auf dem Bauch oder der Seite liegen zu müssen.

Auch spezielles Muskeltraining für den hinteren Mundbereich, den Gaumen und die Kehle können zu Erfolgen im Kampf gegen die nächtlichen Atemwegsprobleme führen. Dies haben verschiedene aktuelle Studien belegt. Für diese Thematik wurden spezielle Singübungen entwickelt.

In der Apotheke werden diverse Mittel gegen das Schnarchen angeboten. Dazu gehören vor allem Nasenpflaster, Nasenklammern, Kiefer-Protrusionsschienen und Kinnbinden. Individuelle Beratung vom Arzt oder Apotheker wird empfohlen.

Sollte das Schnarchen anatomischen Ursprung haben, können operative Verfahren zum Einsatz kommen. Die vollständige Beseitigung der nächtlichen Geräusche ist in den meisten Fällen aber nicht möglich. Neben der Entfernung der Gaumenmandeln ist die Weichgaumenchirurgie eine der üblichen Behandlungsmethoden, um das Schnarchen einzuschränken. Dazu gehören verschiedene Methoden.
Minimalinvasive Radiofrequenz: Bestimme Anteile, die für das Schnarchen verantwortlich sind, werden entfernt – zum Beispiel der Zungengrund oder das Gaumenzäpfchen.

Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP): Die Uvula, also das Gaumenzäpfchen, wird ebenso entfernt wie Teile des weichen Gaumens und in einigen Fällen auch die Mandeln.

Laser-assistierte Uvulopalatoplastik (LAUP): Kürzung oder Entfernung des Gaumenzäpfchens.

Celon-Methode: Die betroffenen Bereiche im Nasen- und Rachenraum werden durch eine gezielte Thermotherapie verkleinert, wobei schlaffes Gewebe stabilisiert wird.

Radiofrequenztherapie: Mit einer kleinen Sonde wird im Rachen eine künstliche Narbe erzeugt, die den Rachen letztendlich verengt.

Weichgaumenimplantate: Der Weichgaumen wird durch das Einsetzen von Kunststoffstiften stabilisiert. Diese Therapie eignet sich allerdings nur für etwa zehn Prozent aller Schnarcher.

Ein Allheilmittel gegen das Schnarchen gibt es nicht. Eine individuelle Beratung beim Arzt ist unerlässlich. Bei nicht ganz so schweren Fällen haben aber bereits kleine Tricks oder Veränderungen Erfolg, so dass die nächtliche Ruhe wieder gewährleistet ist.

Quellenverzeichnis:

http://www.stopschnarchen.de
http://www.dgzs.de
http://www.dr-gumpert.de
http://www.schnarchportal.de
http://www.onmeda.de
http://www.wikipedia.de