Als Schlafapnoe wird eine der häufigsten und folgenschwersten Schlafstörungen bezeichnet, welche in der Schlafmedizin bekannt ist. Schätzungen nach zu urteilen, leiden alleine in Deutschland ca. 6 Mio. Menschen an dieser Schlafstörung. Doch nur bei Wenigen kommt es zu einer rechtzeitigen Diagnose, weil die Schlafapnoe nur wenig Betroffenen bekannt ist.

Übersicht aller Schlafstörungen

Was ist eine „Schlafapnoe“?

schlafapnoeIst die Bezeichnung der „Schlafapnoe“ dem griechischen Wort „Apnoia“ entlehnt, hat es vor allem die medizinische Bedeutung eines kurzzeitigen „Atemstillstandes“ erlangt. Ein nächtlicher, plötzlicher Atemstillstand liegt häufig darin begründet, wenn die Muskulatur des Rachens im Schlaf erschlafft und dabei die Zunge nach hinten rutscht. Dadurch wird die Luftzufuhr zur Lunge abgesperrt, wodurch das Herz den Körper nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgen kann.

Eine zweite Variante des Sauerstoffmangels kann beispielsweise durch eine gekrümmte Scheidewand der Nase oder durch eine vergrößerte Nasenmuschel hervorgerufen werden (Vgl. 5. Behandlungsmethoden und Lösungsansätze). Wichtig zu wissen ist, dass in jedem Fall bei einer Apnoe ein Luftmangel im Körper zu einem plötzlichen nächtlichen Adrenalinschub führt, welcher eine Weckreaktion auslöst.

In vielen Fällen wird eine plötzlich eintretende Weckreaktion von einem schlagartig eintretenden und sehr lauten Schnarchen begleitet. Dieses mehrmals in der Nacht auftretende Phänomen bezeichnet die Schlafmedizin als Schlafapnoe. Eine zerstörte Schlafstruktur bei dem Betroffenen als auch der Partnerin oder des Partners ist dabei eine der ersten und durchaus ernst zu nehmenden Folgen der Schlafapnoe, welche sich nachträglich auch auf das Wohlbefinden am Tag negativ auswirkt.

Charakteristik der Schlafapnoe

Eine Schlafapnoe ist genauer gesagt eine Schlaf-Bezogene-Atmungs-Störung (SBAS), welche sich über eine zerstörte Schlafstruktur in der Nacht insbesondere durch Symptome am nächsten Tag äußern kann. Eine erhöhte Tagesschläfrigkeit führt bei einer Schlafapnoe in vielen Fällen zunächst zu Belastungen im Privat- sowie Berufsleben. Dabei sind Schlafapnoiker, wie die Betroffenen genannt werden, häufig auch von Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen betroffen, was eine fließende Ausführung der arbeitenden Tätigkeit behindert.

Häufig führt diese körperliche Beschaffenheit am Tag frühzeitig zu einem beruflichen Karriereknick. Weitere gesteigerte Ausprägungen der Schlafapnoe umfassen unter anderem Potenzstörungen und Angstzustände, was gemeinsam schließlich in einer Depression enden kann. Ergänzend dazu liegen bei vielen Betroffenen folgende Symptome vor:

  1. Nächtliches Schwitzen.
  2. Vermehrter nächtlicher Harndrang.
  3. Kopfschmerzen am Morgen.
  4. Verstärktes, schnelles Herzklopfen.
  5. Übelkeit am Tag.
  6. Schwindelattacken beim Aufstehen und unfester Stand.
  7. Sexuelle Funktionsstörungen (Impotenz).
  8. Unkonzentriertheit und Nervosität.
  9. Sekundenschlaf.

In Abhängigkeit einer stetigen Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff in der Nacht, ist durch eine Schlafapnoe darüber hinaus wegen eingeschränkter Leistungsfähigkeit ein erhöhtes Unfallrisiko durch Tagesmüdigkeit mit vermehrter Verletzungsgefahr am Tage gegeben.

Häufig werden ebenso Schlaganfälle sowie Herzinfarkte mit einer Schlafapnoe in Verbindung gebracht. Deshalb bieten viele Krankenkassen den Betroffenen Hilfe bei der Suche nach spezialisierten Ärzten an, um die Lebensqualität nachhaltig verbessern zu können: Doch auch hier gilt, unterschiedliche Ärzte bieten unterschiedliche Lösungsansätze an. Von diesem Standpunkt aus gesehen, sollten Sie sich deshalb mit den vielen unterschiedlichen Methoden vertraut machen, um die für Sie geeignete zu finden.

Wissenswert hier: Nicht jede Methode wird von der Krankenkasse unterstützt. Bevor jedoch auf diesen Bereich eingegangen werden kann, gilt es vorher noch einmal, einen genaueren Blick auf die gesellschaftliche Bedeutung der Krankheit einzugehen.

Gesellschaftliche Bedeutung und Stellung der Krankheit

Da eine Schlafapnoe nicht nur die Schlafapnoiker selbst betrifft, sondern ebenso durch das schlagartige Schnarchen häufig auch den Partner, sollte eine Behandlung der Apnoe sowohl aus persönlichen Beweggründen als auch aufgrund der Verbesserung der persönlichen Lebensumstände in Erwägung gezogen werden. Denken Sie unbedingt über eine ärztliche Untersuchung nach, denn in vielen Berichten von Betroffenen lässt sich nachlesen, dass zerstörte Nachtzyklen durch „Schnarchattacken“, lautes Atmen und ruckartiges Wachwerden häufig partnerschaftliche Probleme in Beziehungen lieferten. Um beispielsweise einem möglichen Trennungsgrund einer Beziehung entgegenzuwirken, hilft häufig schon die Einsicht, dass es Lösungsansätze und Behandlungsmöglichkeiten mit einschlägigen Erfolgen gibt.

Darüber hinaus steigt statistisch gesehen auch die Verletzungsgefahr durch Schlafapnoe aufgrund der Tagesmüdigkeit: Ein Beispiel dafür ist der berüchtigte Sekundenschlaf eines Autofahrers. Durch Tagesmüdigkeit verursachte Unfälle würden in diesen Fällen also nicht nur den Schlafapnoiker selbst, sondern im schlimmsten Fall auch andere Menschen betreffen. Hier gilt es, Verantwortung zu übernehmen und sich bei einem möglichen Verdacht rechtzeitig von einem Spezialisten (Somnologen, HNO, Schlafmediziner) untersuchen zu lassen.

Gerade spezialisierte Ärzte sind dabei die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, mit modernsten Methoden eine Diagnose zu stellen und daran anknüpfend eine entsprechende Therapie– und Behandlungsform vorzuschlagen: Statistiken sowie persönliche Erfahrungsberichte belegen hier eine deutliche Verbesserung der Schlafstruktur und eine dadurch folgende verbesserte Lebensqualität durch speziell auf den Betroffenen abgestimmten Behandlungsformen.

Experten betrachten die Schlafapnoe mittlerweile als eine ernstzunehmende „Volkskrankheit“ von der etwa 5 – 10% der Bevölkerung betroffen sind – bei Männern taucht die Schlafapnoe statistisch gesehen häufiger auf als bei Frauen, was anatomisch betrachtet in einer unterschiedlichen Gewebestraffung begründet liegt. Betroffene finden in Vereinen und Selbsthilfegruppen sowie deren Onlineportalen erste Informationen, Anregungen und Hilfestellungen und darüber hinaus eine Diskussionsplattform zum Thema Schlafapnoe. In der Mitte der Gesellschaft angekommen ist das Thema spätestens seit der gelungenen Live-Operation bei Stern TV mit Günther Jauch (vgl. http://www.stern.de/tv/sterntv/stern-tv-rtl-schluss-mit-dem-schnarchen-live-operation-im-studio-558525.html)

Verlauf der Krankheit bis zur Diagnose

mann mit cpap-gerätWo es jedoch gesellschaftlich betrachtet gerade Alleinstehenden schwer fällt, auf die Idee zu kommen, dass eine Schlafbezogene Atmungsstörung für die am Tage festzustellende Tagesmüdigkeit, Übelkeit, Konzentrationsstörungen oder Vergesslichkeit verantwortlich sein kann, so finden gerade jene Menschen die überraschende Diagnose „Schlafapnoe“, wenn sie aufgrund von „Schnarchproblemen“, wahrgenommen durch die Partnerin oder den Partner, einen Besuch zum HNO oder Schlafmediziner in Erwägung ziehen.

Der schleichende Prozess der Schlafapnoe kann dabei sowohl Männer als auch Frauen betreffen, wobei schnarchende Männer eher als „normal“ gelten als Frauen. Jeder zweite Mann steht hier statistisch gesehen unter Verdacht, Apnoiker zu werden. Bei den Frauen ist es hingegen nur jede vierte Frau.

Festhalten lässt sich, dass es sich als überaus schwierig erweisen kann, bei sich selbst eine Schlafapnoe festzustellen, da häufig nur über eine weitere Person unregelmäßige Atemrhythmen, Atemaussetzer sowie plötzliche „Schnarchattacken“ festzustellen sind: Speziell eingerichtete Schlaflabore bieten hier die Möglichkeit an, das Schlafverhalten zu beobachten, zu analysieren und auszuwerten.

Dem Schnarchen kommt an diesem Punkt vor allem die Rolle der Begleiterscheinung zu, welche neben einer unbehinderten Luftzufuhr unbedingt gelöst werden sollte.

Behandlungsmethoden und Lösungsansätze

In Abhängigkeit davon, wo die konkrete Ursache der Apnoe begründet liegt, muss eine Behandlungsmethode immer speziell auf den Patienten abgestimmt werden. Wo anfänglich erwähnt wurde, dass verschiedene Ursachen (z.B. behinderte Nasenatmung oder schwaches Muskelgewebe des Rachens etc.) der Grund für eine nächtliche Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff sein können, gilt es in einer Voruntersuchung herauszufiltern, wo genau die nächtlichen Atemprobleme begründet liegen. Folgende anatomische Gegebenheiten sollten daher abgeklärt werden:

  1. Behinderte Nasenatmung: Liegt eventuell eine durch vergrößerte oder krumme Nasenmuscheln vor?
  2. Gaumensegel: Ist das Gewebe am Gaumensegel geschwächt ?
  3. Gaumenbogen: Sind die Gaumenbögen zu groß und behindern die Zufuhr des Luftstroms?
  4. Zungengrund: Wie ist der Zungengrund beschaffen? Hat er die Tendenz zu Erschlaffen.
  5. Rachenwände: Wie sieht die Struktur der Rachenwände aus?
  6. Unterkiefer: Liegt eine erblich bedingte Unterkieferfehlstellung vor?
  7. Übergewicht: Ist der Patient übergewichtig bzw. gibt es Anlagerungen von Fettpölsterchen im Rachenraum)?

 

Bei vielen Patienten sind sogar mehrere Ursachen gekoppelt möglich, die alle behandelt werden müssen.
Wo zunächst natürlich das Ziel sein sollte, die nächtliche Sauerstoffversorgung für den Betroffenen zu optimieren, steht ebenso das Minimieren der Schnarchgeräusche auf der „Behandlungsliste“ der Ärzte. Im konkreten Sinne haben sich hier verschiedene Lösungsansätze mit unterschiedlicher nachhaltiger Wirkung ergeben:

  • Die nasale Überdruckbeatmung (nCPAP): Nicht invasive Beatmungsmasken.
  • Zahnschienen: Unterstützung der Kieferstabilität.
  • Lagerungsgürtel: Der Apnoiker wird gezwungen, auf der Seite zu schlafen.
  • Nasenventile: Verhinderung der Kollapsneigung der Muskulatur der inneren Nasenstruktur.
  • Transnasale Insufflation: Offenes nasales Drucksystem, welches ohne geschlossene Maske oder Nasenstöpsel auskommt.
  • Operativer Eingriff, Anatomische Veränderungen (Skalpell, Laser): Conchotomie.
  • RFITT (Radiofrequenz-Induzierte Thermotherapie): Erhitzung des Gewebes zur Straffung der Muskulatur,
  • Abschwellende Nasensprays: Achtung Suchtgefahr!

Schrecken viele Betroffene vor einem operativen Eingriff häufig zurück, sind ernstzunehmende Alternativen nur in Form von Verwendung von Beatmungsgeräten zu finden. Obgleich berühmte Ärzte wie Dr. Aschmann (vgl. Aschmann-Therapie) nur in operativen Eingriffen (RFITT) tatsächlich nachhaltigen Erfolg sehen, stehen diesen Überlegungen ältere und etablierte Methoden gegenüber, welche davon ausgehen, dass der „Goldstandard“ in der Behandlung der Schlafapnoe in einer dauerhaften Nutzung einer hochwertigen und speziell angefertigten Atemmaske liegt. Kassenärztlich unterstützt wird vor allem die Verwendung von CPAP (Beatmungsmasken) als auch die operative Methode der Conchotomie zur Verkleinerung von beispielsweise der Nasenmuschel.

Die richtige Lösung für sich selbst zu finden, kann jedoch etwas Zeit in Anspruch nehmen, möchte hier ergebnis- und erfolgsorientiert vorgegangen werden. Neben den eigenen persönlichen Präferenzen und der eigenen Haltung gegenüber operativen Eingriffen bzw. Verwendung einer Atemmaske, ist bei der Findung einer geeigneten Therapieform häufig auch der persönliche Geldbeutel entscheidend. Je größer dieser ist, desto schonender und moderner scheinen die Vorgehensweisen sowie die Ergebnisse zu sein (vgl. Radiofrequenz-induzierten interstitiellen Thermotherapie mit Conchotomie).

Gehen Sie daher unbedingt sicher, dass Sie sich an einen Arzt des Vertrauens wenden, der Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung offen legt und mit Ihnen zusammen eine passende Lösung ausarbeitet.

Quellenverzeichnis:

http://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnarchen/operative-eingriffe-beim-hno-arzt.html
http://www.test.de/Schlafstoerungen-Gute-Nacht-18380-113472/
http://www.dasschlafmagazin.de/wegezumgesunden-schlaf/archiv/ausgewaehlte-artikel/schlafapnoe-therapie.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafapnoe-Syndrom#Symptome
http://www.mkg-chirurgie.de/dgmkg.nsf/e/C7DBE2355307D790C12571DC002CD704?OpenDocument
http://www.schlafapnoe.org/
http://www.vivisol.at/index.php/products/schlaftherapie
https://www.meine-krankenkasse.de/leistungen-extras/zusatzleistungen/schlafapnoe.html
http://www.netdoktor.at/krankheit/schlafapnoe-7262
http://www.dr-aschmann.de/de/kosten.htm
https://www.onlineschlaflabor.de/
http://www.gesundheits-lexikon.com/Operationen/Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie/Nasenmuschelverkleinerung-Conchotomie-.html
http://www.intersleep.de/stern-tv.html