Dieser Text dient nur zur Orientierung! Es handelt sich nicht um eine Diagnose!

Wirbelsäule Kyphose und Rundrücken

Was wird allgemein unter einer Lordose verstanden?

Allgemein kann unter dem Begriff der Lordose eine bauchwärts gerichtete Krümmung der Wirbelsäule verstanden werden. Aufgrund der wie ein „S“ gekrümmten Form der Wirbelsäule bezeichnet eine Lordose die zum Bauch gerichtete Wölbung der Wirbelsäule im unteren Bereich des Rückens, beginnend oberhalb des Beckens. Im direkten Vergleich dazu entspricht die gegenläufige Kyphose die in Richtung Rücken gerichtete Krümmung der Wirbelsäule im Brustbereich. Im Halswirbelbereich richtet sich die Wirbelsäule nach vorn.

Die Ausprägung der nach vorn gerichteten Wölbung der Wirbelsäule über dem Becken, verständlicherweise der Grad der Lordosierung, kann bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein, wobei stets zu unterscheiden ist, inwieweit dies zur physiologischen Beeinträchtigung des Bewegungsapparates führt, die Gesundheit beeinträchtigt oder der natürlichen und genetischen Gegebenheit entspricht. Auskünfte darüber können Mediziner, Orthopäden oder Physiotherapeuten geben.

Die Wölbung der Wirbelsäule als Hyper-Lordose

Fällt die Wölbung der Wirbelsäule im Lenden- sowie Halswirbelbereich stärker als eine Normentsprechung aus, so kann sie auch als Hyper-Lordose bezeichnet werden. Hyper-Lordosen sind zumeist als stark abweichende Wölbungen zu verstehen, welche sowohl die Wirbelsäule als auch die Nerven und umliegenden Muskelgruppen im negativen Sinne überbeanspruchen. Hyper-Lordosen der Lendenwirbelsäule sind umgangssprachlich und pauschalisiert als Hohlkreuz bekannt.

Wie kommt es zu einer Hyper-Lordose? *

Hyper-Lordosen sind zumeist darauf zurückzuführen, dass bestimmte Muskelgruppen der Bein-, Rücken- und Bauchmuskulatur verkürzt oder zu schwach ausgeprägt sind. Durch geschwächte und verkürzte Muskelgruppen (Stichwort: Muskuläre Dysbalance), welche für gewöhnlich ausgleichend den Körper stabilisieren sollen, kommt es zum Kippen des Beckens nach hinten und des Brustkorbes nach vorn, wodurch die Wirbelsäule negativ belastet wird und sich im Lendenbereich verstärkt Richtung Bauch wölbt.

Die Wirbelsäule wird dadurch in ihren Potentialen der Entfaltungsmöglichkeit nachträglich negativ eingeschränkt. Dies äußert sich häufig in einer eingeschränkten Beweglichkeit des Körpers, in einer Einschränkung des aufrechten Gangs sowie in einer Einschränkung der Wirbelsäule hinsichtlich von Dämpfungseigenschaften gegenüber den Bandscheiben während des Gangs, im Sitzen oder Liegen.

Unausgewogene und unausgeglichene Sitz- und Schlafhaltungen begünstigen ebenso wie Bewegungsmangel im negativen Sinne eine Hyperlordose durch zumeist unbewusste Schmerzvermeidungsstrategien des Körpers wie beispielsweise Schonhaltungen oder angepassten Bewegungsabläufen.

Habe ich bei einem Hohlkreuz immer Beschwerden? *

Verschiedene Mediziner, Orthopäden und Physiotherapeuten sehen in einer von der Norm stark abweichenden Lordose eine steigende Tendenz für Rückenbeschwerden. Dies liegt in vielfältigen Fällen darin begründet, dass eine starke Lordosierung ebenso eine Überbeanspruchung der Wirbelsäule hervorrufen kann. Damit kann die Wirbelsäule ihren Aufgaben nur noch eingeschränkt nachgehen.

Beobachtet wurde, dass Menschen mit einer Hyper-Lordose (Hohlkreuz) vermehrt von Rückenleiden berichten. Dennoch hat nicht jeder Betroffene einer Hyperlordose unmittelbar schmerzhafte Beschwerden, da Schmerz überaus subjektiv verarbeitet und wahrgenommen wird. Nichtsdestotrotz gilt: Ist der Grad der Wölbung der Hyper-Lordose überaus stark, so ist es in einem therapeutischem Sinne ratsam, dieser vorausschauend entgegenzuwirken. Nachhaltig können so Schmerzen vermieden und auch das Wohlbefinden gestärkt werden.

Welche Funktionen der Wirbelsäule werden durch eine Hyper-Lordose eingeschränkt?

Wichtig ist zu verstehen, dass die Wirbelsäule das zentrale Konstruktionselement des menschlichen Körpers ist und verschiedenen Aufgaben bewältigen muss:

  • Die Wirbelsäule soll den aufrechten Gang ermöglichen und dabei den Kopf aufrecht und stabil halten. Sie hat die Aufgabe, den Körper ausreichend zu stützen.
  • Die Wirbelsäule soll die flüssige und dynamische Beweglichkeit des Körpers nach vorn, nach hinten und zur Seite ermöglichen.
  • Die Wirbelsäule soll Stöße und Belastungen auf die Bandscheiben abfedern und dabei auch den Körper sowie das Gehirn vor Erschütterungen schützen.

Werden diese Funktionen durch die überbeanspruchte Wirbelsäule zu stark eingeschränkt, kommt es innerhalb des Körpers zu einer koordinierenden Dysbalance und zu unterschiedlichen Komplikationen, welche sich zumeist durch Schmerzen, Unwohlsein und Bewegungseinschränkungen äußern. Bei Hyper-Lordosen sollte daher das Hauptaugenmerk darauf liegen, die gesunde Funktionalität der Wirbelsäule soweit wie möglich wiederzugewinnen und zu erhalten.

Wie kann ich die Hyper-Lordose wieder der Norm annähern? *

Gute Ergebnisse hinsichtlich der Zurückgewinnung der gesunden Funktionalität der Wirbelsäule erreichen Betroffene durch Ausgleichssportarten wie Yoga und Pilates bzw. durch eine abgestimmte und funktionale Physiotherapie, in welcher vor allem korrekte Haltungs- und Bewegungsabläufe neu gelernt und einstudiert werden können. Damit kann der Strapazierung der Wirbelsäule entgegen gewirkt werden und die Stellung von Brustkorb und Becken neu koordiniert werden. Auch eine Stärkung und Dehnung der Muskulatur hat dabei eine nachfolgende Vereinfachung von Koordinationsabläufen zum Ergebnis.

Durch Investition in hochwertige und abgestimmte Schlaf– und Sitzgelegenheiten kann darüber hinaus für eine hinreichende und unterstützende Regenerationsphase der Muskulatur des Körpers gesorgt werden, sodass dadurch die Wirbelsäule wiederum entlastet werden kann Das gesamte Zusammenspiel von Regeneration, Muskulaturstärkung und anschließender Koordinationskorrektur des Bewegungsapparates führen in den meisten Fällen schlussendlich wiederum zur Normannäherung der Wölbung der Wirbelsäule. Damit es dann nicht wieder zu einer Fehlstellung kommt müssen die erlernten Übungen regelmäßig gemacht werden.


* Dieser Text dient nur zur Orientierung! Es handelt sich nicht um eine Diagnose!