Dieser Text dient nur zur Orientierung! Es handelt sich nicht um eine Diagnose!

Ischias Bandscheibenvorfall Skoliose Schlafstörungen

Was wird allgemein unter einem Hexenschuss verstanden?

Der Hexenschuss bezeichnet einen plötzlich auftretenden Schmerz im Rücken, welcher völlig unvermittelt auftreten kann. Die blitzartigen Rückenschmerzen, welche bis in das Bein hineinstrahlen können, sind überaus unangenehm, gelten jedoch als nicht gefährlich. Mediziner bezeichnen allgemein unter dem Begriff Hexenschuss die Lumbago oder Lumbalgie. Der Hexenschuss ist stets ein Zustand mit plötzlichen, meist starken Rückenschmerzen, welcher schussartig bei einer Alltagsbewegung (z.B. Bücken, Heben, Drehen, Strecken etc.) im Körper auftaucht. Im Mittelalter erklärte man sich das Phänomen so, dass hinterhältige Hexen mit Pfeil und Bogen oder magischen Geschossen auf den Menschen schießen würden, um ihn zu peinigen.

Was sind generell die Ursachen des Hexenschuss?

Wissenschaftlich wird vermutet, dass die Ursachen einer Lumbalgie bzw. des Hexenschuss nicht in der Mythologie zu suchen sind, sondern stattdessen in der Physiologie des Menschen verankert sind. Erkenntnisse liegen der Medizin vor, dass Hexenschüsse auf einen eingeklemmten Nerv zurückzuführen sind. Die komplex verlaufenden Nervenfasern in der Lendenwirbelregion leiten die blitzartigen Schmerzen durch die entsprechende Region des Rückens und der Beine weiter, woraufhin sich als Reaktion auf den Schmerzimpuls die Muskulatur stark verkrampft. Betroffene klagen während der Schmerzphase sehr häufig über die Unfähigkeit eine normale Körperhaltung einnehmen zu können und auch über ein entsprechendes „Sperregefühl“ der Rückenmuskulatur und des Bewegungsapparates. Das unvermittelte Auftreten des Hexenschuss geschieht zumeist aufgrund einer ungeschickten, plötzlichen oder ruckartigen Bewegung, welche entweder die Wirbelkörper im Rücken oder die Gelenke des Kreuz-Darmbeins, in manchen Fällen auch die Bandscheiben stark belasten. Weil der Bereich der Lendenwirbelsäule mit zahlreichen Nervensträngen durchzogen ist, reagiert dieser überaus empfindlich auf Erschütterungen, Kompressionsbelastungen oder zu starken Dekompressionen (Expansionen) des Körpers.

Welche Symptome treten bei Hexenschuss auf?

Die Symptome des Hexenschuss sind typischerweise eine steife Verharrung des Körpers in einer Zwangshaltung. Dabei haben Betroffene weder die Möglichkeit sich schmerzfrei nach vorne zu beugen noch sich aufzurichten. Die Beweglichkeit des Rückens ist insgesamt sehr schmerzhaft blockiert und beeinträchtigt in meisten Fällen für einige Tage die Beweglichkeit der Betroffenen enorm.

Akute Schmerzen beim Hexenschuss?

Die starken und spontan auftretenden Rückenschmerzen beim Hexenschuss führen dazu, dass sich die Betroffenen kaum vorwärtsbeugen oder aufrichten können. Die durch den Schmerz stark beeinträchtigte Bewegungsblockade führt für kurze Zeit in eine muskuläre Zwangshaltung. Von der „Hexe“ Getroffene stehen daher aufgrund der schmerzvollen Bewegungsblockade gekrümmt nach vorn und die genaue Lokalität des Schmerzes ist stets im Rücken zwischen Rippen und Gesäß zu finden. Zumeist verschwinden die akuten Beschwerden innerhalb einigen Stunden wie von selbst. Sollte der Schmerz jedoch, trotz Eigenbehandlung durch Wärme etc., länger als 3 Tage anhalten, so sollte in allen Fällen ein ärztlicher Rat hinzugezogen werden – dies gilt besonders auch dann, wenn die Bewegungsblockaden wegen des Schmerzes anhalten.

Welche Rolle spielen die Gene beim Hexenschuss?

Einige Ärzte gehen davon aus, dass nicht nur ähnliche Körperformen, -staturen und -haltungen familiär und genetisch weitervererbt werden, sondern ebenso die Tendenzen der körperlichen Dysbalancen und die damit verbundenen schmerzhaften Probleme. Mögliche Ursachen des Hexenschuss könnten daher in der Genetik des Menschen liegen. Ebenso wie körperliche Stärken und Vorteile, werden teilweise auch körperliche Schwächen des Bewegungsapparates als Handicaps weitervererbt. Dies gilt augenscheinlich auch für Fehlstellungen der Wirbelsäule oder des Knochengerüstes, welche den Hexenschuss begünstigen können. Hierbei ist interessant zu wissen, dass verständlicherweise auch die Sozialisierung eine nicht unwichtige Rolle in der gesunden Entwicklung des Körpers spielt und die Ausprägungen der Handicaps weiter begünstigen oder teilweise eindämmt werden können. Frühe Abklärungen der anatomischen Gegebenheiten können über die Schwäche und Flexibilität des Organismus aufklären und diese erkenntlich machen. So kann daraufhin das systematische Zusammenspiel von Knochen, Wirbelsäule, Bändern, Muskeln und Sehnen verbessert werden, um plötzliche Schmerzen wie den Hexenschuss präventiv zu vermeiden.

Gibt es Soforthilfetipps beim Hexenschuss?

Trotz genetischer Vorstruktur ist es in den meisten Fällen möglich, den spontan auftretenden Schmerz beim Hexenschuss und seine Beschwerden erfolgreich zu behandeln. Vielfältig sind Sofort- und Selbsthilfetipps entscheidend, um möglichst eine direkte Schmerzlinderung zu erzielen. Folgende Soforthilfetipps haben sich bei Betroffenen etabliert:

  • Individuell hilft entweder eine Kältepackung oder gegenteilig eine Wärmepackung auf die betroffene Stelle zu legen.
  • Wenn Wärme als angenehm empfunden wird, dann helfen Heizkissen, Wärmepflaster oder erwärmte „Fangopackungen“ (aus dem erhitzten Wasserbad oder der Mikrowelle).
  • Wenn Kälte als angenehm empfunden wird, dann helfen Eispackungen, Kältegelpackungen oder Vapocoolant Sprays.
  • In der Rückenlage zu liegen und stufenlagig die Beine bis zum 90° Winkel zu beugen wird als sehr entlastend wahrgenommen.
  • Natürliche, rezeptfreie und schmerzlindernde Wirkstoffe sind zum Beispiel Weidenrindenextrakte oder Teufelskralle. Diese finden sich in Salben und Tinkturen. Ebenfalls hilfreich ist die Verwendung von Arnika- bzw. Beinwellsalben oder Johanniskrautöl bei Massagen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten sind gegeben?

Sollte mit den Selbstbehandlungstipps keine schmerzlindernden Erfolge verzeichnet werden können, so ist es unbedingt ratsam, nach dem 3. Tag einen ärztlichen Rat einzuholen: Denn Schmerzen und muskuläre Verspannungen können schnell im Schmerzgedächtnis des Körpers haften bleiben und zu unbewussten und ungesunden Schonhaltungen führen. Es gilt in allen Fällen herauszufinden, ob möglicherweise ein versteckter Bandscheibenvorfall hinter einem immer wiederkehrenden hexenschussartigen Schmerz stecken könnte. Denn Bandscheibenvorfälle erfordern noch einmal spezielle und besondere therapeutische bzw. ärztliche Behandlungen. Aus diesem Grund werden viele Ärzte bei Betroffenen mit hexenschussartigen und chronischen Schmerzen zusätzlich eine Computertomographie bzw. Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) anordnen. Hier kann zusätzlich erkannt werden, ob die Nervenwurzelkanäle eingeengt sind oder sich Tumore gebildet haben. Sind keine direkten Nervenwurzelkanäle beeinträchtigt, und können Tumore grundsätzlich ausgeschlossen werden, so können beispielsweise auch verspannte Muskeln und unbewegliche Wirbelgelenke mitverantwortlich sein für die Schmerzen im Rücken. Massagen (BREUSS MASSAGEN mit Johanniskrautöl) können erfolgreich dabei helfen, die Muskulatur des Rückens wieder zu lockern. Ergänzend sollte versucht werden, die Muskulatur zu stärken. Ein die Muskeln kräftigendes Training unter therapeutischer Beobachtung an Maschinen oder mit dem eigenen Körpergewicht hat sich in vielen beispielhaften Fällen überaus positiv auf die Stabilität des Rückens ausgewirkt und hexenschussartige Rückfälle vermieden.

Wie kann dem Hexenschuss vorgebeugt werden?

Verschiedene Übungen und Hinweise können dabei helfen, zum einen die Muskulatur des Halte- und Stützapparates zu trainieren und andererseits dem Hexenschuss präventiv vorzubeugen:

  • Ratsam ist es, regelmäßig in Bewegung zu bleiben.
  • Stundenlanges Sitzen sollte vermieden werden.
  • Strecken und Dehnen Sie sich in regelmäßigen Abstanden, wenn ihr Körper danach verlangt.
  • Unterstützen Sie ihre Regeneration durch rückengerechtes Sitzen tagsüber und rückengerechtes Liegen im Schlaf und während der Nacht.
  • Stärken Sie die Becken- und Rumpfmuskulatur mit geeigneten Übungen (Sport, Physiotherapie oder Kraft-Ausdauertraining).
  • Gönnen Sie sich ausreichend Regeneration und trinken Sie mindestens 2-3 Liter Wasser oder nicht aromatisierten Tee (z.B. basischen Kräutertee), um das Muskelgewebe ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.
  • Achten Sie auf eine gesunde Haltung (Sitzen, Stehen und Liegen) und lassen Sie sich dahingehend fachgerecht beraten.
  • Gezielte Massagen der Rückenmuskulatur wirken schmerzlindernd und lösen Verspannungen.
  • Der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers sollte im Gleichgewicht bleiben. Zuviel Säure im Körper führt zu Steifheit und Schmerzen in der Muskulatur
  • Essen Sie ausgleichend viel Obst (besonders empfehlenswert sind: Ananas, Papaya, Kaki, Kiwi und Mango) und grünes Gemüse (besonders empfehlenswert sind: Bohnen, Erbsen, Brokkoli, Rosenkohl, Artischocken, Gurken, Zucchinis) oder lassen Sie sich ganz individuell und fachgerecht zu Ernährungsfragen beraten.

Welche weiteren Therapiemethoden gibt es beim akuten Hexenschuss?

Als Beispiel einer präventiven Therapie beim Hexenschuss lässt sich besonders die DORN-Methode anführen. In dieser Therapiemethode finden sich sanfte und manuelle Herangehensweisen, bei denen es gilt Beckenfehlstellungen, Wirbeldysfunktionen oder Gelenkblockaden wieder in Balance mit dem Körper zu bringen. Wichtig ist es hierbei, das Becken als Fundament der Wirbelsäule mit verschiedenen speziellen Übungen oder manuellen Handgriffen ins Gleichgewicht zu bekommen, sodass anschließend bewusst eine neu geschulte, gerade und aufrechte Körperhaltung eingenommen werden kann. Die Grundpfeiler der DORN-Methode sind Einfachheit & Sanftheit, manuelltherapeutische Handgriffe & körperorientierte Eigenübungen sowie die geschulte Positionsdiagnostik der körperlichen Dysbalancen. Zielorientierte Anwendungen der DORN-Methode führen generell durch das Wechselspiel aus Patienten-Aktivität und geschulten Handgriffen des Therapeuten nachhaltig zu einer Linderung der Schmerzen sowie einer verbesserten Mobilität des Organismus. Gerne kombiniert wird die DORN-Methode im Übrigen mit BREUSS-Massagen oder Fango- bzw. Moorpackungen, welche das muskuläre Gewebe lockern, Wirbelkörper entlasten und Nervenirritationen wieder beruhigen. Therapeuten der DORN-Methode sind dabei auf die Aktivität des Patienten angewiesen und zeigen häufig ergänzende Übungen, die der Patient eigenständig auch Zuhause durchführen kann.

Welche weiteren medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten sind gegeben?

Wichtig ist es, vorausschauend mit dem Hexenschuss als Schmerzproblem umzugehen und präventiv zu handeln. Medikamentöse Behandlungen werden erstmalig erst dann in Erwägung gezogen, wenn der Teufelskreis aus Verspannung, Schmerz und Schonhaltung durchbrochen werden muss. Als ideales Medikament dafür dient Paracetamol, welches Sie in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt dosiert verwenden sollten. Weitere Vorsicht ist bei Medikamenten wie Diclofenac und Iboprofen geboten, welche im Moment des Schmerzes zwar gut helfen, doch auf lange Sicht betrachtet in vielen Fällen ernsthafte Magen- und Nierenprobleme verursachen können.