Das lohnt sich doch nicht mehr….

Landauf, landab, versanken in dieser Woche die Revor Mitarbeiter in schallendes Gelächter beim Lesen einer großartigen Kolumne aus dem Main-Echo, die in Unterfranken ihre Leserschaft findet. Dort schreibt die Autorin Susanne Hasenstab wöchentlich launige Dialog-Kolumnen und in dieser besagten ging es um ein offenbar betagteres Ehepaar, das auf das Thema Boxspringbetten zu sprechen kommt. So oder so ähnlich haben in den letzten Jahren sicher tausende Dialoge stattgefunden, in ebenso vielen mundartlichen Varianten. Diese unterfränkische Version hat uns wahrlich amüsiert. Jeder Boxspringbetten-besitzer oder –verkäufer kennt genau diese Situation. Erzählt man im Freundes- und Bekanntenkreis vom besten Schlafsystem der Welt, schaut man erst einmal in verständnislose Gesichter und erhält als Reaktion erstauntes Nachfragen: „Was sind Springboxbetten?“… oder „Wie heißen die?? Boxbetten?“ Oder es wird per se als neumodischer Quatsch abgetan. So viel Tam Tam wegen eines Bettes…

Neben dem humorigen Aspekt der Kolumne wird hier aber auch eine urtypische deutsche Eigenart deutlich: Dem Bett wird besonders von der älteren Generation wenig Bedeutung und auch Wertigkeit beigemessen. „Das lohnt sich doch gar nicht mehr“, ist ein Satz, den ältere Menschen sofort anbringen, wenn die Kinder den Vorschlag machen, die Jahrzehnte alten Matratzen oder das alte Ehebett einmal zu erneuern. Dass aber die Anschaffung eines neuen, und vor allem ergonomisch passenden Bettes auch ein enormer Zugewinn an Lebensqualität – gerade im Alter – bedeuten kann, das können sich Viele gar nicht vorstellen. Ich habe einen sehr netten Kunden aus Düsseldorf-Benrath, der sich vor einigen Monaten ein elektrisch verstellbares Boxspringbett gegönnt hat. Wir pflegen ein sehr herzliches Verhältnis, sodass Herr Schumann auch gerne noch einmal vorbeischaut, wenn er in der Nähe ist. Von ihm erhielten wir vor einer Woche ein Bild seines wirklich traumhaft schönen Bettes. Auf der Rückseite stand im Wortlaut geschrieben: „ Danke für alles. Nun weiß auch ich endlich, was erholsamer Schlaf bedeutet!“

Dieser Satz hat mich sehr berührt, zeigt er doch, dass sich diese Generation durch die vielen Herausforderungen der Jahrzehnte diese Erholung verwehrt hat. Das Bett wurde pragmatisch als Schlafstatt betrachtet, dass man sich mit einem komfortablen Bett „etwas gönnen“ kann, hat in dieser Vorstellungswelt keinen Platz. Einen Zusammenhang zwischen den pragmatisch angeschafften Betten und Verspannungen, unruhigem Schlaf oder fehlender Erholung, hat diese Generation niemals erkannt. So freue ich mich sehr für Herrn Schumann, dass er diese Einsicht für sich gewinnen konnte und sich ein wenig Luxus gönnt.

Daher appeliere ich an alle Leser, die sich in Susanne Hasenstabs Kolumne wiedererkennen: Es ist nie zu spät, seine Lebensqualität zu verbessern! Und wer noch mehr Humoriges von Susanne Hasenstab lesen möchte, dem empfehlen wir ihre Homepage www.susannehasenstab.de.

Juliane Willems

Tätigkeit bei Revor: Filialleitung, Kundenbetreuung, Beraterin, und, und, und

Blogt über: Den manchmal kuriosen Berateralltag und Persönliches

Was sie an Ihrem Job liebt: Ihr Hobby zum Beruf gemacht zu haben und der nette Kontakt zu allen Kunden & Kollegen

Juliane Willems

Das Boxspringbett – von Susanne Hasenstab

 

Des is so hoch, wahrscheinlich muss mer da en Bocksprung mache, dass mer nuff kommt.

Ein älteres Ehepaar liegt abends nebeneinander im Bett und blättert mit griesgrämigen Blicken im schwachen Schein der Nachttischlampen in TV- und Heimwerker-Zeitschriften. Draußen ist es dunkel und regnerisch. Nach langem Schweigen ergreift die Frau mit Grabesstimme das Wort.

Frau: Haste was anzuziehn fern Samstaach?

Mann: Was is am Samstaach?

Frau: Die Goldene Hochzeit vom Hubert unn de Loretta.

Mann: Müsse mir da hin?

Frau: Die Einladung liescht seit acht Woche auf em Buffet. Aber sowas siehst du ja net.

Mann: Ich weiß von nix.

Frau: Du weißt nie was.

Mann: Jetz haste mir´s ja gesacht.

Frau: Aja, dann weißte ja Bescheid.

Mann: (nach längerem Schweigen) Ham mir e Geschenk?

Frau: Die wolle nix.

Mann: Aja. Umso besser.

Frau: Schenke muss mer natürlich trotzdem ebbes.

Mann: Wann se doch nix wolle.

Frau: Natürlich wolle se was.

Mann: Ääwe haste gesacht, die wolle nix.

Frau: Hätteste die Einladung gelese.

Mann: Ja, wolle se jetz was oder net?

Frau: Sie wolle kaa Geschenke.

Mann: Aja, dann gibt´s aach kaa.

Frau: Sie wolle Geld.

Mann: Geld.

Frau: Sie wolle e Box uffstelle, unn da soll mer Geld neiwerfe.

Mann: Geld neiwerfe.

Frau: Die wolle sich so e neu Bett kaafe, so e Ding, wie die Elvira hat. So e Bockspringbett.

Mann: Was is´n des?

Frau: Aja, so e neumodisch Bett, so en Klotz.

Mann: Bock-Spring-Bett?

Frau:Des is so hoch, wahrscheinlich muss mer da en Bocksprung mache, dass mer nuff kommt.

Mann: Bockspringbett. Noch nie gehört.

Frau: Unn unnedrunner kann mer net staubsauche, sacht die Elvira. Weil de Spalt is zu eng, als dasse mim Staubsaucher nei kommt, unn wegrücke kann mer´s net, weil´s zu schwer is.

Mann: Also es is en hohe Klotz, wo mer net nuff kommt, unn unnedrunner sammelt sich de Dreck.

Frau: Ja. So sacht´s die Elvira.

Mann: Unn sowas wolle die sich kaafe.

Frau: Aja.

Mann: Mit unserm Geld.

Frau: Ich find ja aach, des sollt mer net unnerstütze. Ich waaß aach net, weshalb die in ihrm Alter überhaupt nochma e neu Bett brauche. De Hubert hatt schon zwei Herzinfarkte.

Mann: So gut kenne mir die ja aach gar net. Es langt doch, wenn mer en Bocksbeutel schenkt.

Frau: Ja.

Mann: Oder?

Frau: Ja. Den Bocksbeutel kannste aber net in die Box werfe, wo mer`s Geld fers Bockspringbett neistecke soll.

Mann: Dann stellt mer´n nääwedran.

Frau: Aja. Mache mer´s so. Am Sonntach is des aach widder rum.

Mann: Zum Glück. Gut Nacht.

Frau: Gut Nacht.

susanne-hasenstab

Quelle: www.susannehasenstab.de, www.main-echo.de